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Reisetagebuch aus La Palma

09.10.2007
Nach
einem aufgrund von Rückenwind um eine
halbe Stunde verkürzten Flug, sind wir
auf dem Flughafen Santa Cruz de la
Palma, der Inselhauptstadt angekommen.
Klein und beschaulich geht es hier zu
ohne jegliche Hektik bei der
Gepäckabfertigung. Ein idealer Start
sich von der Gelassenheit der
Einheimischen anstecken zu lassen.
Unsere Unterkunft haben wir in einem
verschlafenen Nest kurz vor Los Sauces
gebucht, welches im Naturschutzgebiet
der Lorbeerwälder liegt. Eine
dreiviertel Stunde Fahrt Richtung Norden
und wir konnten in unser sehr
empfehlenswertes Appartement (Casa Los
Nacientes: Marcos in Camino de las
Orotava No. 24, Las Lomadas, 38729 San
Andés y Sauces)
mit Blick auf das Meer, gebaut im
kanarisch-spanischen Stil einziehen. Das
Haus liegt inmitten der in Meeresnähe
angelegten kilometerlangen
Bananenplantagen. Was lag für den
Vermieter somit im wahrsten Sinn des
Wortes „näher“ zur Begrüßung eine
Obstschale mit einem grossen Bund
Bananen bereit zu stellen.
Um den
Abend ausklingen zu lassen, sind wir in
die nahegelegene
Naturschwimmbeckenanlage nach La Fajana
gefahren. Hier wurden die natürlichen
Vertiefungen im Lavagestein teilweise
mit Mauern abgeteilt, sodass eine
künstliche, über mehrere Ebenen
verlaufende Poollandschaft entstanden
ist. Hier kann man kostenlos nach Lust
und Laune plantschen.
10.10.2007
Wenn man schon ein Quartier in Los
Sauces bezogen hat, was liegt dann
näher, sich die umliegende Umgebung
etwas genauer anzuschauen.

Erwähnenswert für diese Region ist der
Lorbeerwald, der in dieser Form
einzigartig ist. Um es für den ersten
Wandertag zur Einstimmung etwas
geruhsamer angehen zu lassen, haben wir
uns eine Rundtour ausgesucht, deren
Start in Los Tilos ist. Die Strasse, die
zum Informationszentrum von Los Tilos
führt, ist leicht zu verfehlen, da diese
direkt vor der grossen Brücke nach Los
Sauces nach links abzweigt. Hinter der
Touristeninformation geht es zum
Einstieg in Richtung Aussichtsplatz „De
las Barrandas“. Der Weg schlängelt sich
steil ansteigend für ca. 45 Minuten
durch den Lorbeerwald. Erst am
Aussichtsplatz hat man zum ersten Mal
die Möglichkeit einen Überblick über die
gesamte Landschaft zu bekommen. Man hat
einen großartigen Ausblick auf das Meer
und Richtung Osten das nächste
Etappenziel, den Marktplatz von Los
Sauces.
Der
Weg nach Los Sauces führt hinunter über
eine wenig befahrene Schotterpiste, die
dann abschnittsweise in einen sehr
steilen, gepflasterten Fussweg mündet.
Das Dorf ist alles andere als
touristisch und so kann man sich ganz
entspannt mit einem Cafe con leche unter
das Volk mischen und dabei dem wilden
Palaver lauschen und dem hoch
emotionalen Kartenspiel der
Einheimischen zusehen. Wenn man sich am
grossen Kiosk am Plaza einen Cappuccino
bestellt, erhält man eine recht kuriose
Geschmacksvariante. Der Milchschaum wird
hier mit Zimt überpudert, was für den
einen oder andern etwas
gewöhnungsbedürftig ist. Um die Rundtour
abzuschließen, ging es dann wieder
entlang der Strasse hoch zum
Ausgangspunkt, dem Informationszentrum.
Hier ist eigentlich nur der untere Teil
der Strecke interessant, weil dieser
einen wunderschönen Blick auf die
Schlucht ermöglicht, die von einer
Brücke überspannt wird. Wer Glück hat,
kann sich per Anhalter bis zum
Informationszentrum mitnehmen lassen.
Wir hatten Pech, das hieß laufen!
Offensichtlich hatten wir noch nicht
genug von der Wanderei und daher
entschlossen wir uns zu einem Kurztrip
zum „Mirador Espigon Atravesado“. Auf
einer breiten Forstpiste kann man bequem
in knapp einer Stunde die
Aussichtsplattform erreichen. Nun ja
Aussichtsplattform ist insofern etwas zu
hoch gegriffen, da die Fläche maximal
für fünf bis sechs Personen ausreichend
ist. Da aber zu dieser Jahreszeit
glücklicherweise wenig Touristen
unterwegs sind, hatten wir den
Aussichtspunkt für uns allein und
konnten einen grandiosen Rundblick in
die Schluchten genießen. Nach der Tour
haben wir uns unterhalb vom
Informationszentrum im Restaurant Casa
Demetrio mit gegrilltem Ziegenkäse (Queso
a la plancha), Brot und einem grossen
Bier gestärkt. Das Brot allerdings war
nach Meinung der hier versammelten
verfressenen Vogelschar nicht nur für
uns bestimmt. Die kleinen Piepmätze
gaben einem deutlich zu verstehen, dass
man für den Sitzplatz in der freien
Natur einen Obolus zu bezahlen hat. Wir
kamen deshalb nicht umhin, die
Brotkrümelabgabe direkt an die
verfressene Bande abzuführen.
11.10.2007
Für
den heutigen Tag haben wir uns eine
etwas ambitioniertere Tour vorgenommen.
Zusammengestellt haben wir uns eine
achtstündige Rundwanderung über Casa del
Monte zu den Wasserfällen der Quelle
Marcos und der etwas weiter entfernt
liegenden Quelle Corderos und wieder
zurück über den „Baranco de Agua“. Um
die Strecke etwas abzukürzen, nahmen wir
mit dem Auto die schmale Landstraße über
San Pedro in Richtung Casa del Monte.
Unser Auto musste leider schon etliche
Kilometer vor Casa del Monte
kapitulieren, da die Straße plötzlich in
eine für normale Pkw nicht befahrbare
holprige Schotterpiste überging. Hier
ist glücklicherweise genug Platz um sein
Fahrzeug abzustellen, und ein hölzernes
Hinweisschild weist auf den
Einstiegspunkt in Richtung Casa del
Monte. Von hier bis zur Casa del Monte
hat man einen stetigen, ca.
eineinhalbstündigen Anstieg von ca. 500
Höhenmetern zu überwinden. Die Route
führt durch den Pinienwald und
ermöglicht daher fast keine Ausblicke in
die umliegende Landschaft. Beim Casa del
Monte beginnt dann das eigentliche
Highlight der Tour. Man wird durch ein
Hinweisschild darauf aufmerksam gemacht,
dass man diesen Wegabschnitt auf eigene
Gefahr begeht. Meinem Gefühl nach, ist
dieser Weg keinesfalls gefährlich, aber
etwas Schwindelfreiheit wäre doch
angebracht. Absolut notwendig sind
Taschenlampen. Warum Taschenlampen? Nun
vor uns liegen 13 schmale Tunnel, die
dazu dienen das Wasser aus dem
Quellgebiet mittels eines Wasserkanals
in Richtung der Plantagen zu leiten.
Die
teilweise sehr niedrigen Tunnel dienen
somit hauptsächlich als Wasserkanal.
Wenn ich schon gerade von Wasser
spreche, sollte man vielleicht auch
erwähnen, dass der letzte Tunnel ein
berauschendes Erlebnis sein kann.
Berauschend insofern, dass das Wasser
nach Regenfällen an manchen Stellen
durch die Spalten der Tunneldecke
rauscht. Folglich sollte man nicht damit
rechnen vollkommen trocken diese Tunnel
wieder zu verlassen. So ging es also los
durch eine Gegend mit steilen
Schluchten, engen Pfaden, engen und
niedrigen Tunneldurchquerungen und
grandiosen Ausblicken. Nicht entgehen
lassen sollte man sich die Nischen
innerhalb der Tunnel, die vielmals einen
direkten Blick in die Schluchten
ermöglichen. Angekommen an der Quelle
Corderos hat man die maximale Höhe des
Wanderweges von 1.300 Metern erreicht.
Ab hier geht es steil abwärts, nicht nur
auf schmalen Pfaden, sondern auch ein
gutes Stück durch ein Flussbett. Unsere
Wanderkarte wies eine Verbindung aus in
etwa auf Höhe von dem Aussichtspunkt „Mirador
Espigon Atravesado“ zum Casa del Monte.
Der Abzweig in Richtung dieses
Abschnittes war schnell gefunden. Es
stellte sich aber nach ca. 20 Minuten
Fussmarsches, entlang eines gut
ausgebauten Fussweges heraus, dass
dieser abrupt an einem Steilhang endete.
Das Einzige, was wir vorfanden, war ein
gespanntes Stahlseil über die Schlucht.
Da ich doch zu wenig Übung hatte mich
auf eine abenteuerliche Weise mit Hilfe
der Wanderstöcke über das Drahtseil
gleiten zu lassen, musste ich die
Alternative eines erheblichen Umweges
von ca. drei Stunden in Kauf nehmen.
Meine Zeitplanung war damit komplett
futsch. Aber wie es der Zufall so will,
hatten wir einen aufmerksamen Zuschauer,
bzw. Zuhörer bei der Diskussion, wie man
wohl am Besten mit dem Drahtseil die
Schlucht überqueren könnte. Überzeugt
von der zu großen Waghalsigkeit dieses
Unterfangens bot er an, uns mit seinem
Pkw zu unserem Auto zurück zu bringen.
Das gestrige Pech, etwa 45 Minuten
Fußmarsch per Anhalter nicht abkürzen zu
können, wurde heute mehr als
ausgeglichen.
Da
wir durch diese hilfreiche Unterstützung
so gut in der Zeit lagen, konnten wir
sogar abends noch nach Sta. Cruz fahren
und die Altstadt auf uns wirken lassen.
Die wirklich sehenswerten Häuser der
Altstadt stehen in zweiter Reihe entlang
der Küstenstrasse. Hier gibt es ein sehr
empfehlenswertes Restaurant namens „La
Placeta“ (Placeta de Borrero 1), welches
sehr gute Tapas serviert.
12.10.2007
Was
bietet La Palma unter Wasser? Wie in
jedem Urlaub, versuchen wir nicht nur
die Naturschönheiten über Wasser,
sondern auch einen Einblick in die Natur
unterhalb des Meeresspiegels zu
erhaschen. Hierzu haben wir uns bei
einer der wenigen Tauchbasen der Insel
für zwei Tauchgänge (70 Euro pro Person
im Paket) eingebucht (Buceo Sub, H10
Costa Salinas, loc. 3, Los Cancajos).
Wir wurden an zwei Tauchspots in der
Umgebung von Los Cancajos geführt. La
Palma gehört sicherlich nicht zu einer
der herausragenden Tauchreviere auf
diesem Planeten. Aus diesem Grund hatten
wir auch keine hohen Erwartungen an das,
was es unter Wasser zu sehen gibt. In
diesem Sinne wurden unsere Erwartungen
auch vollständig erfüllt. Erstarrte
karge, korallenlose Lavaströme mit nur
mäßigem Fischreichtum.
Für
den Rückweg entschlossen wir uns die
schmale kurvenreiche Küstenstrasse von
San Juan de Puntallana aus zu nehmen.
Aus Neugier folgten wir dem Abzweig nach
Los Lomadas in Richtung Playa de Nogales.
In sehr steilen Serpentinen geht es
hinunter zu dem Parkplatz, der
Ausgangspunkt ist für den an der
Steilküste entlang führenden Zugangsweg
zum Strand. Allein schon dieser Weg ist
spektakulär, da er in die Steilwand
hinein gehauen wurde und so einen weiten
Blick über das Meer und die Küste
ermöglicht. Der tiefschwarze Sandstrand
verdient wirklich die Bezeichnung feiner
Sandstrand. Romantische Naturen sollten
nach einem Regenfall diesen Ort
besuchen, da dann von den umgebenden
Felswänden ein ca. hundert Meter hoher
Wasserfall in die Tiefe rauscht.
Prädikat: sehr empfehlenswert!
13.10.2007
Heute
wollten wir uns den Nationalpark der
Caldera de Taburiente etwas genauer
ansehen. Ein guter Einstieg sich mit den
Gegebenheiten des Nationalparks und
deren Touren vertraut zu machen ist der
Besuch des Besucherzentrums, kurz vor El
Paso (Ctra. General de Padrón, núm. 47,
38750 El Paso), Eintritt frei. Hier hat
man die Möglichkeit auf Nachfrage einen
Film anzuschauen, der in sehr guter
Weise alle möglichen Touren des
Nationalparks kurz zusammenfasst und
deren Highlights herausstellt. An
etlichen Informationstafeln innerhalb
eines Showrooms wird die Entstehung des
Parks sehr anschaulich erklärt. Zu guter
letzt kann man sich noch eine
Tourenkarte aushändigen lassen. Wichtig
für Langschläfer sei noch angemerkt,
dass man spätestens bis 11 Uhr am Park
sein sollte, wenn man die Tour auf den
1854 m hohen Pico Bejenado plant. Der
Grund hierfür ist, dass die
Zufahrtstrasse zwischen 11 und 14 Uhr
geschlossen wird, um eine Überfüllung
mit Autos zu verhindern. In diesem Fall
könnte man das Ziel nur per pedes vom
Informationszentrum erreichen, welches
die Tour um etliche Stunden verlängern
würde.
Da
wir zum Glück nicht zum Club der
Extremschlafkappen zählen, konnten wir
mit dem Auto am Dorf Valencia vorbei,
über die unbefestigte Schotterpiste zum
Einstiegspunkt der Wandertour „Pista de
Valencia“ fahren. Der erste
Teilabschnitt führt durch einen
Kiefernwald mit geringem Unterwuchs, dem
man seine Geschichte von etlichen
Waldbränden deutlich ansieht, zum El
Rodeo. Durch den spärlichen Unterwuchs
eröffnen einem während des gesamten
steilen Anstiegs herrliche Ausblicke in
das Aridane-Tal. Ein kurzer Abstecher
soll dem Wanderer noch Einblicke in die
kunsthandwerklichen Fähigkeiten der
palmerischen Vorfahren geben. Ein kurzer
Abzweig führt zu einer
Pyroglyphenfundstelle. Kurz gesagt,
selbst diese kurze Abzweigung kann man
sich sparen, da die Pyroglyphen so
verwittert sind, dass fast nichts mehr
zu erkennen ist. Vom Abschnitt El Rodeo
zum Pico Bejenado hat man schon die
ersten Einblicke hinein in die Caldera.
Aufziehende Wolken, die in die Caldera
hereinschwappen, ergeben ein
wunderschönes Schauspiel. Auf dem Pico
Bejenado saßen wir oberhalb der
Wolkengrenze und konnten bei herrlichem
Sonnenschein das Schauspiel der zur
Mittagszeit immer dichter werdenden
Wolkenformationen ausgiebig beobachten.
Nachdem sich über dem Aridane-Tal die
Wolkendecke vollständig geschlossen
hatte, entschlossen wir uns auf der
Alternativroute am Calderarand entlang
zum Abstieg. Als reine Laufzeit lässt
sich die Rundtour, die 650
Höhenmeter umfasst, entspannt innerhalb
von 4 Stunden zurücklegen.
Zum
Abendessen haben wir einen Abstecher in
das nahegelegene El Paso unternommen.
Angelockt von einer Empfehlung unseres
Reiseführers wollten wir selber
feststellen, ob im Tasca Barbanera
wirklich einer der besten Köche La
Palmas für einheimische Küche am Herd
steht. Nun, hoffen wir einmal für die
Küche La Palmas, dass dieser Koch an
diesem Tag Urlaub hatte und eine
Aushilfe deswegen aus der Not heraus die
fettigen Tapas des Vortages nochmals
kurz zum Aufwärmen in die Friteuse warf.
Leider hatten wir nicht die Zeit zu
warten, bis der Koch aus seinem
wohlverdienten Urlaub zurück kommt, um
uns von dessen wirklichen Qualitäten
überzeugen zu können.
14.10.2007
Was
wäre La Palma ohne seine Vulkane.
Um
uns selbst davon zu überzeugen, haben
wir aus erdgeschichtlicher Sicht ein
neugeborenes Baby besucht. Das Baby
heißt „Volcán Teneguía“, welcher 1971
während eines 23-tägigen
Geburtsvorganges entstanden ist. Um uns
vorab noch weitere Informationen
einzuholen, haben wir einen Abstecher
zum Besucherzentrum beim naheliegenden
Volcán San Antonio gemacht. Um auf den
Parkplatz, bzw. in das Besucherzentrum
gelangen zu können, ist eine Gebühr von
3,50 Euro fällig. Der dort angebotene
Informationsfilm, entspringt mehr dem
Wunschdenken der lokalen
Tourismusförderung als einem
informativen Dokumentarfilm. Absolut
enttäuschend ist dann die Möglichkeit,
die dem Besucher gegeben wird, den
Volcán San Antonio zu erkunden. Man darf
sich nur auf einem kurzen Teilstück am
Kraterrand zu einer Aussichtsplattform
bewegen, welche touristisch total
überlaufen ist. D.h. es besteht nicht
einmal die Möglichkeit den Vulkankrater
zu umwandern.
Hier
blieb uns nur die Flucht vor den, durch
ständig neu ankommende Busse heraus
gespülten Menschenmassen zu entkommen.
Ganz anders sieht es beim Volcán
Teneguía aus, den man über eine
Schotterpiste mit dem Auto erreichen
kann. Busse bleiben dort zum Glück außen
vor. Der Vulkan bietet die Möglichkeit
seinen Krater und dessen Lavaströme in
all ihren Formationen aus nächster Nähe
ausgiebig zu erkunden. Der Aufstieg auf
den Teneguía ist momentan noch
problemlos möglich. Von hier oben hat
man bei extrem starken Winden eine gute
Übersicht über den Verlauf der
Lavaströme. An der einen oder der
anderen Stelle gibt es noch einige
Löcher, aus denen heiße Luft strömt. Mit
der Hand lässt sich noch die Hitze
spüren, die einst diesen Berg geformt
hat. Beim Durchwandern der tiefschwarzen
Lavafelder, erkennt man, dass die
Pflanzenwelt kurz davor ist, sich dieses
Gebiet zurück zu erobern. Vereinzelt
entsteht das erste Grün auf dem
zerklüfteten, grobporigen Untergrund.

Der Wanderweg endet an den Salinas de
Fuencaliente. Hier wird noch heute auf
grossen Verdunstungsflächen Salz aus dem
Meerwasser gewonnen. Der Fabrikverkauf
hat unsere Salzversorgung für das
nächste Jahr sicher gestellt und so
haben wir ein Hauch von La Palma auf dem
Frühstücksei mit nach Hause genommen.
Wenn
man die Westküste Richtung Norden weiter
fährt, erreicht man den steinigen Playa
Punta Larga, welcher in einer
geschützten Bucht liegt. Hier kann man
in einer kleinen Strandkneipe (Kiosko
Punta Larga) bei einem Cerveza Dorada
(Bier) und Fischgerichten die starke
Brandung auf sich wirken lassen. Die
Fischgerichte selbst sind nicht gerade
ein Leckerbissen, es sei denn man hat
ein Faible für frittierte Schuhsohlen.
Diese Art der Zubereitung scheint aber
den Geschmack der Einheimischen zu
treffen, da die Strandkneipe recht gut
besucht war.
Zum
Ausklang des Tages haben wir noch einen
kurzen Abstecher nach San Andrés
unternommen. Das Dorf wirkt verschlafen,
hat sich aber für den Besucher besonders
schön heraus geputzt. Das Restaurant
oberhalb der Kirche (Restaurante San
Andrés) lädt zu einem Bierchen und Tapas
mit Blick auf das Meer ein. Es ist immer
wieder erstaunlich, in wie vielen
leckeren Varianten der Queso a la
Plancha con Mojo angeboten wird
(gebratener Ziegenkäse mit grüner Sosse).
Jedes Mal hat dieses Gericht seine ganz
eigene Note, je nachdem wie das
Hausrezept für die grüne Sosse
ausgestaltet ist und wie stark der
Ziegenkäse geröstet worden ist.
15.10.2007
Einige
Regionen auf La Palma lassen sich auch
sehr gut auf vier Rädern erkunden.
Prädestiniert hierfür ist die Route ab
Barlovento über die LP 109 in Richtung
Hoya Grande (nicht zu verwechseln mit
dem Hoya Grande bei Los Sauces) und
steil hinauf zum Roque de los Muchachos.
Wenn
man sich ab Barlovento auf der
einspurigen Seitenstrasse LP 109 bewegt,
kann man in aller Ruhe die steil
abfallenden Schluchten, Pinien bewaldete
Hänge und weit reichende Blicke über die
gesamte Landschaft bis auf das Meer
hinaus erleben. Die Strasse ist so
schmal und so kurvenreich, dass hier nur
eine Höchstgeschwindigkeit von 30 bis 40
km/h zugelassen ist. Der Landschaft
wegen wäre es auch schade hier schneller
zu fahren. Wir hatten fast die ganze
Zeit das enge Strässlein für uns
alleine, welches fast als gepflasterter
Wanderweg durchgehen könnte. Ab Hoya
Grande führt eine steile, gut ausgebaute
Strasse (LP 4) zum 2426 m hohen Roque de
los Muchachos. Der Pinienwald, der die
Hänge bedeckt, verschwindet erst wenige
hundert Meter vor dem Gipfel, welcher
mit einer Vielzahl von Observatorien
übersät ist.
Auf
der Spitze des Berges befindet sich ein
kleiner Parkplatz, von dem ein kleiner
Pfad entlang des Bergrückens führt. Wir
haben uns hier sehr viel Zeit genommen,
die aus der unter uns liegenden
Wolkendecke nach oben herausreißenden
Wolkenformationen zu beobachten. Ein
herrliches Naturschauspiel, welches die
Schluchten und Berge in einem sich
ständig ändernden Wechselspiel aus Licht
und Schatten immer wieder neu in Szene
setzt.
In
kürzester Zeit füllen sich Schluchten,
wie von einem Wasserfall gespeist mit
weißen, wabernden Wolkenmassen, die kurz
darauf sich durch stark aufsteigende
Winde in Nichts auflösen. Für
denjenigen, der nicht gut zu Fuß ist,
kann dies sicherlich eines der schönsten
Autowandertouren auf der Insel sein.
16.10.2007
Unser
Reiseführer empfahl die Tour von La
Tosca nach Galegos und zurück als einen
der „schönsten Teilabschnitte des
Inselrundweges GR 130“. Wir bewaffneten
uns also mit den Wanderschuhen und ein
paar Liter Wasser um die Besonderheiten
der Tour selbst in Augenschein zu
nehmen. Wir verpassten mit dem Auto den
Einstieg zur Tour um ca. einen Kilometer
und begannen die Tour am Mirador de la
Tosca, da man von hier schon die
Drachenbäume sehen konnte. Geht man von
diesem Aussichtspunkt einen Weg in
Richtung Meer hinunter, trifft man ohne
Probleme auf den Wanderweg und kann sich
sofort in aller Ruhe den besonderen
Wuchs des Drachenbaums anschauen.
Der
Weg führt im ständigen Auf und Ab durch
mehrere Schluchten und an allerlei
Gärten vorbei und sich ständig
abwechselnden Busch- und Baumbeständen.
Man hat fast während des gesamten Weges
den freien Blick auf das Meer und im
Hintergrund die ansteigenden Berge.
Angekommen im Dorf Galegos entschlossen
wir uns den Versuch zu unternehmen zum
Ausgangspunkt zurück zu trampen, da
dieser Weg im Gegensatz zu unseren
vorherigen Unternehmungen nicht ganz so
faszinierend war. Wir gingen also vom
Dorf zur Hauptverkehrsstrasse hoch und
versuchten unser Glück per Anhalter. Es
gab aber hierbei ein kleines aber nicht
unwesentliches Problem. Denn es kamen
fast keine Autos an der Strasse vorbei.
Es blieb uns also nichts anderes übrig,
der Realität ins Auge zu schauen, dass
Trampen ohne vorbei fahrende Autos recht
langwierig sein könnte und wir bewegten
uns daher per Pedes der Strasse entlang
in Richtung Ausgangspunkt.
Um
unsere glühenden Fusssohlen abzukühlen,
fuhren wir zum Abschluss des Tages zum
Naturbad Charco Azul. Hier holten wir
uns im frischen Meerwasser die nötige
Abkühlung von aussen und bei einem Bier,
welches von der naheliegenden Bar
angeboten wird, die Abkühlung von innen.
Übrigens, die Garnelen mit Knoblauch und
die Fischkroketten sind zu empfehlen.
17.10.2007 - 18.10.2007
Relaxen
auf feinem Sandstrand unter Kokospalmen?
Hierzu fällt den Einheimischen
sicherlich der Badeort Puerto Naos ein.
Entspannung war für heute angesagt und
hierfür haben wir uns den wohl größten
Badestrand auf La Palma ausgesucht. Wir
wollten selber herausfinden, ob man sich
noch entspannen kann an einem der
touristischsten Fleckchen der Insel. Und
tatsächlich begünstigt durch die
Nachsaison war der Strand alles andere
als überfüllt und so konnten wir uns
noch verschiedene Plätzchen unter den
Schatten spendenden Kokospalmen
aussuchen. Entlang der kleinen Promenade
gibt es in den Bars Tapas und Getränke.
All das bleibt in einem Rahmen, der noch
weit von den negativen Effekten des
Massentourismus entfernt ist. Die
Ballermannfraktion würde sich hier
glücklicherweise unwohl fühlen bei dem
Verzicht von Sangriaeimern und
dröhnenden Discos. Um einen Blick unter
Wasser auf der Westseite zu werfen,
haben wir uns für zwei Tauchtouren
eingebucht (Tauchpartner La Palma an der
Paseo Maritimo, gegenüber der Promenade
– Prädikat empfehlenswert!). Die äußerst
familiär und entspannt geführte
Tauchstation ließ uns erlebnisreiche
Tauchgänge zwischen Lavaströmen, Sepias,
Oktopussen und einer Vielzahl von
Kleinfischen erleben. Leider gibt es
auch hier, wie nicht anders zu erwarten
war, fast keinerlei farbenprächtige
Korallen. Nur sehr karger
Pflanzenbewuchs lockert das schroffe
Lavagestein etwas auf. Zum Ausklang des
Tages sind wir auf Empfehlung der
Tauchbasis zum etwas weiter südlich
gelegenen Playa El Remo gefahren.

Hier gibt es direkt am Meer drei
Strandkioske, die alle verschiedene
Fischgerichte anbieten. Uns wurde der
mittlere Strandkiosk empfohlen, in
welchem man den am besten zubereiteten
Fisch bestellen kann. Nun tatsächlich.
Hier haben wir herrlich saftig frischen
Fisch in großen Portionen, abgerundet
mit grüner Sosse und Papas Arugadas
gegessen. Auch die Vielzahl der Katzen
war begeistert von unserer Lokalwahl, da
sie sich alle versammelt hatten, um mit
bettelndem Miauen an unserem Mahl
teilzuhaben
19.10.2007 Route de los Volcanes.
Die
Route der Vulkane beginnt beim Refugio
El Pilar und endet, wenn man sie
komplett in eine Richtung durchwandern
würde in Fuencaliente (Los Canarios). Da
wir geplant hatten den Rückweg zu
wandern, haben wir uns nur für den
ersten Teilabschnitt der Vulkanroute
entschieden. Wir passierten harzig
riechende Pinienwälder, Vulkankrater,
wie den Hoyo Negro, Duraznero und
Deseada II, scharfkantige
Schlackefelder, rot-gelb schimmernde
Kraterränder, in denen sich noch mit
viel Fantasie der Schwefelgeruch erahnen
lässt. Durch das teilweise sehr
feinkörnige Geröll waren uns bei den
rutschigen Abstiegen, die Wanderstöcke
eine gute Hilfe.
Die
gesamte Route durch die Vulkanlandschaft
lag an diesem Tag oberhalb der
Wolkengrenze. Es war wunderschön die
weißen wabernden Wolkenmassen zu
beobachten, welche sich vom starken Wind
angetrieben um das tief schwarze
Felsmassiv kontrastreich
herumschlängeln. Entlang des Weges gibt
es noch keine Einschränkungen, sich
landschaftliche Details näher
anzuschauen, wie die Lava-erstarrten
spaltenreichen Kraterböden oder die
feinkörnig Asche-übersäten Kraterhänge.

20.10.2007 Entspannungstag
Nach
einem ausgiebigen Frühstück mit frischen
Brötchen, welche hier im Dorf durch
einen mobilen Brötchenausfahrdienst von
der Straße weg gekauft werden können,
ließen wir den Tag ganz beruhigt
angehen. Es zog uns heute nochmals zum
feinstrandigen Playa Nogales, an dem wir
uns zwischen Surfern in die tosende
Brandung warfen. Leider hat dieser
Strand einen kleinen Schönheitsfehler,
denn ab ca. drei Uhr nachmittags liegt
die an einer Steilküste umrahmte Bucht
im Schatten.
Es
blieb uns also nichts anderes übrig als
den wohl feinsandigsten Strand der Insel
zu verlassen und uns zur Sonne hin zum
nahegelegenen Charco Azul aufzumachen.
Auf dem schwarzen schroffen Lavagestein
tummeln sich in der Brandung
farbenprächtige Krebse. Wir luden diese
hungrigen Zeitgenossen zum Phototermin
ein. Verfressen, wie sie nun einmal
waren, schoben sie sich mit Ihrem dicken
Zangen in der Brandung einen
Leckerbissen nach dem anderen ins Maul
ohne sich wenigstens einmal für ein
Gruppenphoto ordentlich aufzustellen.
Die
Lava, welche hier ins Meer geflossen
ist, ist durchzogen von Spalten und
Höhlen, die sich die meterhohe Brandung
mit unheimlichem Druck hinein schiebt.
Als Ergebnis hat man an verschiedenen
Stellen im Rhythmus der Wellen gurgelnde
Wasserfontänen oder schnaufende Spalten,
in der die Luft unter hohem Druck heraus
gedrückt wird. Es fühlt sich an als
würde man direkt vor der Nasenöffnung
eines großen Drachen sitzen. Na gut
zugegeben. Ganz so sicher bin ich nicht,
ob der Versuch haltbar ist, da ich mich
seither noch nie vor einen schlafenden
Drachen gesetzt habe- das werde ich im
nächsten Urlaub machen.
21.10.2007 Das Schmugglernest
Für
die letzte Wanderung in diesem Urlaub
haben wir uns den Rundwanderweg von der
Schmugglerbucht durch den Barranco del
Pueblo hinauf, durch Tunnel hindurch und
den Barranco del Jurado an der
Steilküste hinunter zurück zum
Ausgangspunkt ausgesucht. Mit dem Auto
kann man über extrem steile Serpentinen
bis fast hinunter zur Schmugglerbucht
fahren.
Hier
liegen vor der direkten Brandung
geschützt, nur wenige Meter über dem
Meeresspiegel, kleine, gemauerte Hütten,
die in die Überhänge der Felsvorsprünge
eingelassen sind.
Von
hier aus steigt man in kurzen Kehren ca.
zweihundert Meter die stark ansteigende
Steilküste hinauf bis man die ersten
Plateaus erreicht. Die schroffen Felsen
des Steilhangs bieten für Pflanzen nur
wenig Halt und so ist man fast während
des gesamten gelb weiss markierten
Aufstiegs der prallen Mittagshitze
schutzlos ausgesetzt.
Hier
helfen nur eine gute Sonnencreme und
viel Wasser damit man im eigenen Saft
bratend erfolgreich die gesamten 450
Meter den Barranco del Pueblo problemlos
aufsteigen kann. Sobald man die erste
Schotterpiste erreicht hat, verlässt man
den offiziellen Wanderweg LP 12.2
nach rechts und folgt der auf einer
Höhenlinie verlaufende Piste bis diese
vor einem etwas zugewachsenen Tunnel
endet. Jetzt folgen wie an einer
Perlenschnur aufgereiht, fünf gut
begehbare Tunnel. Für den ersten
benötigt man allerdings eine
Taschenlampe und bei dem letzten sollte
man vor dem verschlossenen Tor nicht
kapitulieren, da man dieses im untersten
Bereich mittels der tiefsten Gangart
durchrobben kann. Ab jetzt geht es ein
Stück entlang der Strasse bis man wieder
auf den Wanderweg LP 12.2 trifft. Hier
geht es zuerst langsam abfallend an in
Gewächshäuser verpackten
Bananenplantagen vorbei, den Barranco
del Jurado hinunter, bis man zum steilen
Abstieg über loses, rutschiges Geröll
zum Playa del Jurado. Unten angekommen,
erwartet uns leider nicht, was man mit
einem Sand- oder Kiesstrand vergleichen
könnte. Die Korngröße des Strandes hatte
eher die Ausmasse von Felsbrocken und
war somit eher etwas für die
Hardcore-Strandgänger. Wir verzichteten
daher auf ein erfrischendes Bad und
stiegen noch einmal die Küste ca. 150
Meter auf um auf die Straße zu gelangen,
welche zu unserem Ausgangspunkt führt.
Von der Sonne gut durchgegart erreichten
wir auf qualmenden Sohlen nach 5 Stunden
Wanderung unseren Mietwagen in dem wir
einige Liter Wasser zur Erfrischung
gebunkert hatten. Was jetzt noch fehlte,
war das kühlende Nass von außen.
Wir
fuhren daher an den Badestrand von
Puerto del Tazacorte um uns im Atlantik
bei leichtem Wellengang treibend, auf
Betriebstemperatur herunter zu kühlen.
Leider waren wir nicht die Einzigen, die
sich haben treiben lassen, sondern, wie
wir etwas zu spät merkten, schipperten
in dem leicht trüben Wasser ein Päckchen
Babywindeln an uns vorbei. Dies sollte
sicherlich das Signal sein, das
artenreiche Gewässer zu verlassen und
den Abend in der Taberna del Puerto
(Plaza Castilla No.1) bei einer leckeren
Fischplatte und mehreren Bierchen
ausklingen zu lassen.
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