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© 1999-2010  Matthias Riedel

 
 
       
    Urlaubsbilder aus

Sri Lanka und den Malediven

 

   

Sri Lanka

 
 

11.10.-12.10.2005

Dieses Jahr wollte ich die Malediven erkunden. Um nicht nur auf einer Insel festzusitzen, habe ich mich für eine Tour mit einem Segelboot entschieden. Die Hoffnung war, etwas mehr von der Inselvielfalt kennen zu lernen. Da die Hinreise mit Emirates über Dubai einen weiteren Zwischenstopp auf Sri Lanka erfordert, habe ich die Gelegenheit genutzt eine Tour durch den Süden von Sri Lanka als weiteren Reisebaustein einzufügen. Die Ankunft erfolgt dabei am internationalen Flughafen in Negombo, welches einige Kilometer außerhalb von Colombo, der Hauptstadt, liegt. Da wir morgens gegen 9 Uhr eingetroffen sind, war noch viel Zeit einen Tourguide über das „Icebear-Guesthouse“ anzuwerben. Dieses Guesthouse bietet Kontakt zu ca. fünf Guides, die je nach Verfügbarkeit, ihre Dienste anbieten, Land und Leute besser kennen zu lernen. Als Tourpaket haben wir den Fahrer mit Auto und Unterkunft mit Frühstück gebucht. Nachdem wir alle Formalitäten verhandelt hatten, war noch genügend Zeit die Gegend zu erkunden.

 
 

Das Meer direkt vor unserer ersten Unterkunft „The Beach“ lädt zu langem Spaziergang ein, obwohl es bis in den Nachmittag hinein immer wieder geregnet hat. Die angenehm schön warme Temperatur lässt diese Beeinträchtigung aber schnell wieder vergessen. Als der Himmel endlich gegen Abend wieder aufreißt, lässt sich ein herrlicher Sonnenuntergang umringt von sich gegenseitig jagenden Streifenhörnchen auf der Veranda genießen.

 
 
 

13.10.05

Morgens neuen Uhr haben wir uns mit unserem Tourguide George Mervin verabredet. Es ging sofort los in Richtung Osten über eine Landstrasse nach Dambulla. Die erste Station war die Besichtigung der Dambulla-Caves. Hierbei handelt es sich um ein in Stein gehauenes Kloster, welches etliche Buddha-Statuen beherbergt. 

Da das Kloster sich auf einem Hügel befindet, hat man einen herrlichen Blick über die Tiefebene. Am Fuße des Hügels hat man einen riesigen Buddha errichtet. Wer es etwas größer mag, ist hier gut aufgehoben. Anderenfalls ist es eben ein weiterer Teilnehmer der Hundertschaften von Buddha-Kollegen.

   
 

Vom Hügel aus konnte man schon unser nächstes Ziel anpeilen „Singhirarock“. Hierbei handelt es sich um eine Palastanlage, die am Fuße eines Berges mit einem Steinpark beginnt und danach steil den Berg hinauf über Stege und Treppen bis auf das Plateau führt. Auch hier hat man eine herrliche Aussicht über die Landschaft, die noch viel Wald beherbergt.

Die Palastanlage ist nur noch durch seine Grundmauern zu erahnen, die zum größten Teil aus roten Ziegeln besteht

 
 

Der Eintrittspreis von 20 Dollar pro Person ist nicht gerade eine Einladung und liegt dabei hart an der Grenze dessen, was man tolerieren kann! Ungeachtet dieser Hürde hat sich die Klettertour in die Geschichte Sri Lankas gelohnt.

Abends haben wir uns in das Lion-Rock-Hotel (Thalhoteroad 183 Ehelagale) mit seinen schönen Bungalows einquartiert und den Abend bei sehr leckeren und empfehlenswerten Curryvariationen ausklingen lassen.

 
 
 

14.10.05

Auf dem Weg nach Polonnaruwa fuhren wir teilweise auf schmalen Nebenstrassen entlang des Nationalparks Minneriya.

Mit ein wenig Glück kann man einige Tiere erspähen, die die Strasse überqueren. Dieser Abschnitt ist landschaftlich sehr reizvoll und kann durch einen Stopp zu einem Erlebnis werden.

 
 

In Polonnaruwa kann man wieder etwas Kultur tanken, wenn einem der Ausflug in die Vergangenheit auf den Sighriya-Felsen nicht ausgereicht hat. Nur um bei der Wahrheit zu bleiben, muss ich gestehen, dass mir einer dieser Ausflüge in die Geschichte ausgereicht hat. Ich habe die weitere Besichtigung von Ruinen und Ausgrabungen auf ein Minimum beschränkt, ohne wirklich darüber unglücklich zu sein.

Für die Nacht haben wir uns in Kandy einquartiert, damit wir am nächsten Tag einen vollen Tag zur Erkundung  zur Verfügung haben. In Kandy hatte man uns versichert, aufgrund seiner Höhenlage von 500 Metern über dem Meeresspiegel, nicht mehr mit Moskitos rechnen zu müssen. Ein Moskitonetz wäre deshalb nicht mehr nötig und deshalb in der Unterkunft auch nicht vorhanden. Das Problem war nur, dass die Moskitos darüber nicht informiert wurden und daher einen herrlich gedeckten Tisch vorfanden. Die Nacht führte mich durch alle Spielarten der taktischen Abwehr von zahllosen Moskitoangriffen. Obwohl fast nur noch die Nase unter dem Bettlaken hervor schaute, waren meine Verluste am nächsten Morgen beträchtlich. 20 juckende Stiche gegenüber einem Feind, der fast keine größeren Schäden zu melden hatte als vielmehr einen vollen Magen. Die Konsequenz für den nächsten Aufenthalt war klar: ohne Moskitonetz wird kein Zimmer mehr gebucht. (Hotel: Majestic-Tourist-Hotel)

 
 
 

15.10.05 

Heute haben wir uns Kandy und Umgebung vorgenommen und dabei den Tempel des Zahns ausgenommen. Ein Zahn Buddhas zu erahnen, der in einer kleinen nicht einsehbaren Schatulle untergebracht ist, war mir dann doch ein bisschen zuviel der Reliquienverehrung.

Unsere erste Station war der Urwald Udawattakalle Sanctury, den man sehr entspannt in einer guten Stunde durchwandern kann. Wer nur etwas von den gut ausgebauten, breiten Wegen abweicht, hat gute Chancen sich ein paar Blutegel einzufangen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie es die kleinen schwarzen Zeitgenossen schaffen, sich unter lange Hosenbeine zu mogeln. Wer allerdings schon einmal einen Urwald erkundet hat, wird nicht viel Neues entdecken, auch wenn er von den Hauptpfaden abweicht, was sehr zu empfehlen ist.

Nach Bollywood wird man versetzt, wenn man den Wald an einem langen Wochenende durchwandert. Unter jedem Baum lehnt oder sitzt ein Pärchen in vermeintlicher Zweisamkeit. Scheu und schüchtern sitzen sie beieinander, davon ausgehend, dass ihr kleines geheimes Treffen nie entdeckt werden wird.

 
 

Canonball tree Der Poradeniya botanische Garten liegt etwa sechs km außerhalb von Kandy und ist auf jeden Fall einen kleinen Abstecher wert. Die Anlage besteht aus einer großen Anzahl verschiedener Orchideen, Kräutergärten, Palmen und herrlich angelegten Blumenvariationen.

 

 

 

 

 

 

Selbst wer in Thailand eine typische Massage genossen hat, sollte sich eine Ayurveda-Kräutermassage nicht entgehen lassen. Für ca. 2000 Rupies bekommt man das volle Programm einer Ganzkörpermassage mit anschließendem Saunagang, für den man in eine Dampfröhre gesteckt wird.

Den Tag haben wir mit einem Bummel über den Markt ausklingen lassen. Frisch gebackene Teigtaschen, gebacken auf einer Art Crepe-Platte, die mit Ei oder einer Kartoffel-Chili-Dal-Mischung gefüllt sind, sind ein Leckerbissen, den man sich als Snack nicht entgehen lassen sollte.

 
 
 

16.10.05

Die Morgenstimmung mit Blick über Kandy lässt sich am Besten von der Terrasse aus von einem der vielen Hotels genießen, die überall an den steilen Berghängen der Stadt gebaut sind (Lakeview-Rest 41 a Rajapihilla, Mawatha, Kandy). Auf Wunsch mit Moskitonetz.

 

 
 

Die Strasse nach Ella ist schmal und in schlechtem Zustand, was ein zügiges Fahren nicht erlaubt. Dies muss aber kein Nachteil sein, weil man immer wieder herrliche Aussichtspunkte findet, die sich mit den schier endlosen Teeplantagen abwechselt. Wenn man Glück hat, kann man in einer der vielen Teeplantagen am Wegrand einiges über die Teeverarbeitung lernen. Wir machten leider nur mit einem Guide Bekanntschaft, der in rekordverdächtiger Zeit seine Führung durch die Fabrik abhaken wollte. Schade!

Eine Autostunde vor unserem Etappenziel Ella fing es so stark zu regnen an, dass sich auf der Strasse rot-braune Bäche gebildet haben, die teilweise so tief waren, dass die dreirädrigen Tuk-Tuks ihre rasanten Kurvenfahrten nicht mehr unter Kontrolle hatten. Eines von ihnen hatte sich samt Fahrer auf das Dach gerollt. Ende der Tour und Staunen bei den Einheimischen, die sich mit Regenschirmen bewaffnet den Unfall anschauten.

Die Nacht in „Ella-Gap-Tourist-Inn“ war wieder einmal abwechslungsreich. Entweder hatte man das Gefühl dass die schweren LKWs direkt durch das Zimmer donnerten oder man direkt einer geräuschstarken Hindu-Zeremonie beiwohnte, ohne das Bett zu verlassen. Empfehlen kann man die Spezialität des Hauses: Reis mit Curry, der in ein Bananenblatt eingewickelt, gebacken wird und in seiner Blätterhülle serviert wird

 
 
 

17.10.05

Morgens haben wir eine Wanderung von unserer Unterkunft in Ella aus unternommen. Ziel ist der Berg Ella-Rock, von dem man eine herrliche Aussicht über das Umland genießen kann. Für die gesamte Tour muss man ca. nur 4 Stunden einkalkulieren, incl. eines längeren Aufenthaltes auf dem Bergplateau.

Die Tour beginnt mit einer Wanderung auf den Bahngleisen und führt dann durch Teeplantagen und später durch ein Waldstück hinauf auf den Grad.

Um abends an den hinduistischen Veranstaltungen teilzunehmen, sind wir zu unserem nächsten Halt nach Tissanaharana gefahren (Lakeside-Hotel). Dort nutzen die Einheimischen den Stausee um sich und die Wäsche zu waschen und am Wasser ein Picknick mit der ganzen Familie zu nehmen. Das Wasser ähnelt mehr einer grau-grünen Kloake als einem erfrischenden Bad – aber was nicht tötet, härtet bekanntlich ab. Nur 15 Autominuten vom See in Tissanaharana entfernt, befindet sich der Wallfahrtsort Kataragana.

 
 
  Ab 18 Uhr startet hier eine Vielzahl unterschiedlicher, sehr fremdartiger hinduistisch-religiöser Handlungen.  
 

Dabei werden eine Unmenge an Früchten und natürlich auch Bargeld dem Gott Ganesh und seinen Kollegen geopfert, Kokosnüsse angebrannt und danach auf den Boden geschmettert, damit diese auf dem Boden zerplatzen oder Milchreis in einer andächtigen Zeremonie verteilt.

 
 

An diesem Ort scheinen die Religionen von Buddhismus, Hinduismus und Islam fließende Übergänge zu finden und in friedlicher Co-Existenz ihren Glauben auszuleben.

 
 
 

18.10.05

Morgens haben wir einen Abstecher in den Yala-National Park unternommen. Genauer gesagt, sind wir vor dem Haupteingang abgebogen, um eine Speisung der Mönche mitzuverfolgen, die im Park leben. Die im Umland lebende Bevölkerung bringt dazu zubereitete Speisen in ein Versammlungsgebäude und verteilt dies dann an die Mönche in einer Zeremonie.

Der Nationalpark besteht hauptsächlich aus Buschland, was eine Tierbeobachtung deutlich erschwert. Mehr als zahlreiche Leguane, Affen und einige Vogelarten konnten wir hier nicht erspähen.

 

In Kadolana Beach Resort (Bandara watta, Kemagoda, Dickwella; Tel: 041-2256140) kann man sich an einer (noch) einsamen Bucht mit feinem Sandstrand wunderbar entspannen. Das Personal ist hier überaus bemüht, die Wünsche der Gäste zu erfüllen und eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Da das gut geführte Guesthouse seither in keinem Reiseführer zu finden war, ist dies mein persönlicher Favorit, abseits der Touristenströme. Vom Resort aus kann man innerhalb eines 25-minütigen Fußmarsches das Hummanaiya Blowhole erreichen. Leider ist zu dieser Jahreszeit das Meer zu ruhig um den nötigen Druck aufzubauen, um die 20 Meter hohen Wasserfontänen zu erzeugen. Wir mussten uns mit mickrigen 2 Metern zufrieden geben. Egal. Dafür hatten wir etwas mehr Zeit uns von den 2 Meter hohen Wellen durchschütteln zu lassen.

 
 
 

19.10.05

Dieser Tag lag ganz im Zeichen der Rückfahrt in die Nähe des Flughafens Colombo.

 

 

Die Die Fahrt führte uns entlang der vom Tsunami gezeichneten und zerstörten Küstenregion. Immer wieder berichtete uns die Bevölkerung, dass sie persönlich von den reichlich geflossenen Spendengeldern nie eine Rupie gesehen haben. Noch immer leben die Menschen in Bretterverschlägen ohne je eine Unterstützung erhalten zu haben.

 
 
 

Wer noch mal einen Ausflug in die jüngere Geschichte unternehmen möchte, sollte sich Galle mit seinem Fort ansehen, welches unter der Herrschaft der Holländer gebaut wurde.

 

Interessant war auch der Besuch einer Aufzuchtstation für Seeschildkröten. Hier werden den Einheimischen die Schildkröteneier für ca. 7 Rupies das Stück abgekauft um sie dann auf der Station auszubrüten. Die geschlüpften Jungtiere werden nach ca. 3 Tagen in Wassertanks gesammelt um sie dann sicher in das Meer zu entlassen. Wer möchte, kann sich hier auch ein paar größere Exemplare ansehen. Für Colombo hatte ich nur ein Ziel. So schnell wie möglich die lärmende und mit Dieselwolken verhangene Stadt wieder zu verlassen.

 

Malediven

 
 

20.10.05

Ab heute sollte der entspannte Teil der Reise auf dem Programm stehen. Die Segelschiffreise auf der Dream-Voyager durch die Insellandschaft der Malediven.

Hier hatte ich pure Entspannung mit zwei Tauchgängen pro Tag gebucht und auch wirklich bekommen. Da das Schiff auf 12 Gäste ausgelegt, aber nur zur Hälft bebucht war, gab es reichlich Platz an Bord. Da das Boot gleichzeitig unsere Unterkunft war, hatten wir die Möglichkeit viele Facetten des Landes kennen zu lernen.

 

 
 
  Ob völlig menschenleere Inseln oder Atolle die zur Touristenfalle umfunktioniert sind. Immer wieder gab es neue Eindrücke, um sich ein besseres Bild von Land und Leuten machen zu können. Um dieses Bild abzurunden, ist natürlich ein Blick in die Unterwasserwelt unabdingbar. So waren wir täglich an zweimal unterschiedlichen Tauchpunkten mit deren spezifischen Highlights. Ob eine Gruppe von Mantas an einer „Putzstation“, die sich ein Peeling von Putzerfischen verabreichen lassen oder Familie Weißspitzenriffhai – nie hatte ich zuvor solch eine Vielfalt von Großfischen vor die Taucherbrille bekommen.